Gepost door: dejister | 20 augustus 2011

Sint Joris in Den Bosch

Posted by jan van friesland, 2003-06-13 09:26:07

Geachte heer Carotta,

Maar er zijn nog meer symbolen uit het dierenrijk in de St Jan te Den Bosch aan te treffen.

Zo is op een pilaar (links-voor in de kerk) een grote voorstelling te zien van St. Joris en de draak. Hoe moet ik deze voorstelling duiden in het licht van uw Caesar=Jezus-hypothese en uitgaande van het gegeven dat de draak vaak het kwaad symboliseert?

In het zo geliefde oude Rome van u kom je de draak minder vaak tegen dan bijvoorbeeld in het oude China, in de Babelonische-Assyrische mythologie of bij de Perzen. Waarom werd (of wordt) deze vuurspuwer tijdens de kruisdagen-processies in bijvoorbeeld Frankrijk meegedragen? Het beest wordt zowel voor het kruis uit of (de derde dag) achter het kruis aan gedragen. Trouwens: tijdens de kruisiging van Jezus geen draak te bekennen!

Met vriendelijke groet,

Jan van Friesland

Geachte heer Van Friesland,

es gibt Drachen und Drachen. Anscheinend gehen sie alle auf die Urangst der Menschen vor den großen Echsen zurück, aber in einem Kulturkreis, in Südostasien, mag es der Waran sein, in unserem, d.h. im römischen (siehe Karte des römischen Reichs), war es das Krokodil. Und es symbolisierte bekanntlich Ägypten. In der römischen Münzprägung wird der Sieg des Agrippa, des Feldherrn des Octavians, über Kleopatra, Königin Ägyptens, dargestellt als Tötung des Krokodils. In der südfranzösischen Stadt Nîmes, wo Agrippa die Veteranen seiner Ägyptenkampagne ansiedelte, ist heute noch das Krokodil als Wappentier der Stadt zu sehen.

Agrippa, als Agricola verstanden, Akerbauer, ergibt ins Griechisch übersetzt Georgios. Und sieh da, der Heilige Georgios erscheint in der christlichen Ikonographie als der Drachentöter, so wie Agrippa in der kaiserlichen als Krokodilsbezwinger.

Im Vorfeld der Ägyptenkampagne wurde Kleopatra als das Böse selbst hochstylisiert und herabgestuft zugleich. War sie in den Augen Caesars die Verkörperung der Isis und als Mutter des Kaisarion mit der Venus Genetrix gleichgesetzt, in den Augen des Antonius die neue Aphrodite mit welcher er als neuer Dionysos die Heilige Hochzeit feierte, wurde sie in der Propaganda Octavians zur roten Hure, die den Römer verführt hatte, und als solche gehörte sie vernichtet. Er trieb es so weit, daß er sogar das Kind, das sie von Caesar hatte, Kaisarion, töten ließ, damit er als Alleinerbe übrig blieb, als Eingeborener Sohn Gottes.

Deswegen steht der Drachentöter St. Georg zurecht in den Johannis Kirchen, denn Agrippa gehörte zu Octavian Augustus. Nur eine rote Madonna wird man dort vergeblich suchen. Wenn sie auftaucht, steht sie als Mater Dolorosa unter dem Kreuz, aber als personifizierung der Calpurnia, und nicht der Kleopatra, und sichert Johannes’ Erbe – “Weib, das ist dein Sohn” – so wie die Calpurnia durch die testamentarische Adoption Octavians zu dessen Adoptivmutter geworden war.

Die sexualitätsfeindliche halbe Seele der Kirche geht auf Octavian/Johannes und seinen Drachentöter Agrippa/Georg zurück. Zuletzt soll es Bestrebungen gegeben haben, Georg aus der Liste der Heiligen zu streichen (cf. Erika Simon in ihrem Nachwort zu “War Jesus Caesar?”), angeblich weil er nicht im Evangelium vorkommt und auch sonst historisch nicht belegt sei (sic!, als ob er der einzige Fall wäre: nach dem Kriterium müßten sie auch Jesus abschaffen!). Vielleicht machten sich da Schuldgefühle den Frauen gegenüber spürbar. Aber wie man sieht, ist nichts daraus geworden: Sankt Georg, der Drachentöter, steht immer noch in der St. Jan Kathedrale zu Den Bosch – und auch sonst wo.

Met vriendelijke groet,

Francesco Carotta

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